Nachdem der sakrosankte Fingerzeig des Gemeindeammanns an der letzten Gemeinderatsstitzung unmissverständlich auf mich deutete, war mir klar: Delegation. Und zwar an das Jahreskonzert des Musikvereins Niederwil unter der Leitung von Sandro Oldani. Gemeinsam mit Vizeammann Kurt Studer und seiner charmanten Gattin kam ich also sozusagen von Amtes wegen in den wahren Genuss des 08/15? Konzerts des Musikvereins Niederwil in der MZH Niederwil. Die Show war in jeder Hinsicht sehens- und hörenswert - ein grosses DANKE an alle aktiven Musikantinnen und Musikanten für ihre tolle Leistung! Durch Sie kam Niederwil einmal mehr in den Genuss hochstehender Livemusik! Nur ein einziges Mal verstummten die Instrumente ausserplanmässig - just während der Gassenhauerparade von Boney M. ging nämlich der Strom aus... nein, die Posaunen, Saxophone, die Trompeten oder Pauken werden nach wie vor und auch in Niederwil stromlos betrieben, aber zwecks akuter Dunkelheit on Stage und daher so ganz ohne Noteneinsicht verstummte dann doch nach einigen Takten auch das tapferste Instrument. Item, Stefan Schnegg rettete die Situation in gewohnter Manier souverän und erhielt nach Wiederauftauchen hinter dem schwarzen Vorhang schon fast stehende Ovationen seitens der dankbaren Zuhörerschaft, welche ihre verloren geglaubten Wein- und Biergläser wieder fand. Welchen Schalter er da wohl gedrückt hat??
Das Programm, durch zwei fliegenumhalste junge Herren eröffnet, wurde von Christina Stauber gekonnt und mit viel Humor moderiert und war vielseitig, originell und stellenweise auch erfrischend aussergewöhnlich. Dank witzig arrangierten Stücken wie den "Men at Work" oder dem Luftschlagzeug dürften etliche Handwerker einen völlig neuen Bezug zu ihren Werkzeugen bekommen und Lärmgeplagte dürfen wieder Hoffnung auf ruhigere sonntagnachmittägliche Schlagzeugübungsstunden des Nachbarnkindes schöpfen. Kulinarisch wurden die geschätzten 300 Gäste auf's Beste von zahllosen freiwilligen Helferinnen und Helfern versorgt. Ein weiteres High-Light war die Soloeinlage von Sandro Oldani auf seiner Solo-Bass-Posaune. Ein mit äusserster Präzision gespieltes Rag-Stück, welches sowohl das begleitende Orchester als auch das zuhörende Publikum in Entzücken versetzte. Offenbar aber auch sehr anstrengend, denn Herr Oldani bekam zwischenzeitlich schwache Knie und musste sich kurz an den Bühnenrand setzen :-)... Alles in Allem durfte der Abend nach mehreren Zugaben wieder einmal mehr als äusserst gelungen betrachtet werden. Ich freue mich sehr, dass Niederwil mit einer derart engagierten Musik aufwarten kann und dass in diesem Verein das Wort "Nachwuchsproblem" keinen Stellenwert hat. Eines darf ich Ihnen versichern: bei der nächsten Verteilung der Delegation für Anlässe des Musikvereins Niederwil stehe ich in der allerersten Reihe. Ehrenwort.


 


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